Patrick Wollny – Season 1 oder im Schatten vom Halligalli

Was macht man, wenn man beim Fernsehen arbeitet, selber aber nicht vor der Kamera steht. Richtig, man kauft sich eine Sony RX100 III und nimmt das als Grund von hinter endlich vor die Kamera zu treten. Weil man aber wegen dem zeitintensiven Job beim Fernsehen keine Zeit hat für ausufernde Zusatzprojekte, filmt man halt das, was an halbwegs spannenden Dingen sowieso schon stattfindet und das ist dann eben Geschäftsreise, Heimatbesuch und Berg-Urlaub. Das reicht aber absolut aus, um sechs sehenswerte Folgen einer selbstbetitelten Serie zu produzieren und von Marie Meimberg auf dem Übermedien-Blog empfohlen zu werden. (Danke für den Tipp, Marie!)
Patrick Wollny hat’s echt drauf. Vermutlich muss das so, wenn man beim Fernsehen arbeitet. Seine kleine aber ohoe Webserie war für mich der erste Content, für den ich sofort, gerne und absolut freiwillig die iTunes-üblichen 1,99 pro Folge auf den virtuellen Tisch gelegt hätte.
Ich würd mir wirklich wünschen, dass es ein Youtube-Modell gäbe für solche Formate. Mit Webvideos richtig Kohle verdient gerade, wer möglichst täglich irgendwelchen Content veröffentlicht und irrsinnig viel Zeit in Community-Outreach investiert. Das ist völlig berechtigt und ok, führt aber dazu, dass aufwändig produzierte Videos von Leuten, die sonst viel anderweitig beschäftigt sind, vom Werbeeinnahmen-Topf eher nix abbekommen. Da bräuchte es jetzt mal ein Startup, das ein Bezahlmodell einführt. Vermutlich ein klarer Fall von die Idee ist gut, doch die Welt noch nicht bereit. Schön, dass die Patrick Wollnys dieser Welt trotzdem hin und wieder spärliche Freizeit opfern. Wenn man sich sonst niemals nix auf Youtube ankuckt, dann sollte man für das hier durchaus mal eine Ausnahme machen.

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